| Interreligiöser Dialog |
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Die Vertreter der großen Religionen diskutieren gemeinsam mit dem spirituellen Leiter des Bodhicharya Buddhistischen Zentrums für Frieden und Verständigung, Ringu Tulku Rinpoche, über die wesentlichen Fragen und Probleme des menschlichen Seins und die gemeinsame Ethik für das dritte Jahrtausend. Im Rahmen des interreligiösen Dialogs betrachten wir die ethischen Grundlagen der großen Weltreligionen des Christentums, des Islams, des Hinduismus, des Judentums und des Buddhismus sowie weiterer spiritueller Traditionen. Wir verstehen dies als ein wichtiges Angebot und als wertvolle Chance zur Förderung der menschlichen Anteilnahme, des Mitempfindens, das nichts zurück erwartet, und der eigenen Selbsterkenntnis. Wir betrachten diese ethischen Grundlagen als Grundbedingung für eine zukünftige und am Gemeinwohl der Lebewesen orientierte Weltgesellschaft. Die Weltreligionen könnten sich in den kommenden Jahrzehnten gemeinsam an der gerechten Verteilung von Grundgütern, am Einhalt der ökologischen Katastrophe und an der Bildung eines dauerhaften Weltfriedens beteiligen. Das offene Forum strebt die interkulturelle Begegnung an und möchte zu diesem Zweck einen Baustein bilden zur Überbrückung religiöser Schranken. Zu Beginn der themenzentrierten Treffen hält jede/r Podiumsteilnehmer/in ein kurzes Einführungsreferat. Danach wird von der Moderation des Abends die gemeinsame Diskussion unter Einbeziehung des Publikums eröffnet. Bisherige Themen Die geistigen Ziele der Religionen „Im Vergleich zum Denken des 21. Jahrhunderts, das notwendig ist, damit die Menschheit überlebt, wird sich das Denken des 20. Jahrhunderts steinzeitlich ausnehmen“ meint der Philosoph Ervin Laszlo und fordert einen Paradigmenwechsel der Menschheit, die sich nach zwei verheerenden Weltkriegen ein Szenario von weltweiter Umweltzerstörung und militärischen Konflikten um begrenzte Rohstoffe geschaffen hat. Besonders die ärmeren Länder leiden unter der Habgier der globalen Unternehmen, die immer drastischere Formen von Ausbeutung entwickeln. Auch in den westlichen Gesellschaften zeigt sich: wenn der Einzelne an Sicherheit verliert, an Arbeit, Einkommen, Anerkennung, dann verliert die Gemeinschaft an Menschen, die sich an die allgemein verbindlichen ethischen Normen halten. Umso globaler der Horizont der Wahrnehmung, desto deutlicher wird, dass eine Vielzahl von Lebensweisen und Weltsichten nebeneinander existiert und auch existieren soll. Was für die pluralistischen Gesellschaften des Westens gilt, muss umso mehr für die Weltgesellschaft gelten. Aber das Gebot der Vielfalt gerät zum Problem, wo die Einzelperspektiven miteinander kollidieren und die Toleranz oder die nötige Kommunikation fehlt. Die existierenden Vorstellungen vom „ethischen Leben“ sind oft nicht miteinander kompatibel hinsichtlich der Ordnungsvorstellungen der verschiedenen Gesellschaften und ihrer unterschiedlichen geistigen Grundauffassungen. Man könnte diese weltweit auftretenden kulturellen Fronten auf das Gegensatzpaar von Okzident und Orient reduzieren. Gleichzeitig orientieren sich die meisten Nationen der Erde an der technischen Rationalität des Abendlandes, aber viele Länder protestieren heftig gegen den universalistischen Anspruch der modernen und reichen Industriegesellschaften mit dem legitimen Hinweis auf die eigene kulturelle und religiöse Identität und Souveränität. Durch die Globalisierung und auch durch die Öffnung großer asiatischer Nationen zum kapitalistischen Fortschritt geraten auch dort Gesellschaften und tradierte Werte in den Umbruch. So ist es für uns außerordentlich interessant und wichtig, die Verständigung miteinander über ethische und spirituelle Konzepte und Lebensweisen zu suchen und dazu einzuladen. Photo Copyright Harald Schwericke |



Das Zentrum veranstaltet regelmäßig Tage der offenen Tür und lädt Vertreter der verschiedenen religiösen Traditionen der Welt zum Austausch ein.
