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Im tibetischen Buddhismus hat die Übertragungslinie eine tiefere Bedeutung als die allgemeine Vorstellung von der sogenannten Abstammungslinie. Eine Übertragungslinie verkörpert ein geheiligtes Band, mithilfe dessen die Unversehrtheit der Lehren des Buddha erhalten bleibt und von einer Generation auf die nächste übertragen wird.
Die tiefe Verbindung zwischen dem erleuchteten Meister und dem vollkommen hingebungsvollen Schüler ist das „vital link“ (lebendige Verbindung), durch welches die spirituelle Tradition über viele Jahrhunderte hinweg genährt wird und in der authentischen Form bis zum heutigen Tage erhalten geblieben ist. Diese spezielle Meister – Schülerbeziehung wird von allen großen Schulen des tibetischen Buddhismus als äußerst kostbar und heilig betrachtet.
Die verschiedenen Übertragungslinien des tibetischen Buddhismus verfügen über viele inhaltliche Gemeinsamkeiten. Jedoch hat jede einzelne Tradition im Lauf der Zeit eine leicht differenzierte Annäherungsweise an die kostbaren Lehren entwickelt und betont einzelne Bestandteile auf unterschiedliche Weise.
Obwohl die tiefste Erkenntnis der Natur des Geistes immer identisch ist, entstanden durch die einzelnen tibetischen Gründer der Übertragungslinien innerhalb von wenigen Jahrhunderten die unterschiedlichen Stilarten des tibetischen Mahayana und Tantra mit einer unglaublichen Fülle von spezifischer Methodik.
Die vier Hauptschulen des tibetischen Buddhismus sind:
1. Nyingma, 2. Kagyü, 3. Sakya und 4. Gelug.
Foto Copyright Francois Henrard
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